Der Job in Ägypten:
4 Monate Ägypten, wo ist die Zeit nur geblieben? Es wird nun Zeit für ein Fazit, vermutlich habt ihr lange gewartet. Ich wie gar nicht so wirklich, wieso ich hier so schreibfaul bin, irgendwie gehen die Tage schneller zu Ende als man gucken kann. Zudem ist das WLAN hier auch nicht das Beste, was einen Blogeintrag dann schon mal in ein drei-Stunden-Projekt verwandelt.
Also wo fangen wir an? Ich kam im August in mein zweites zu Hause und verbrachte eine Woche gemeinsamen Urlaub mit meiner Mutti im Jaz Dar El Madina. Bis zu meiner Ankunft hatte ich gedacht, ich würde im Solaya arbeiten, dort hatten sie jedoch auf einmal eine Gästebetreuung bzw. jemanden, der halb Animation und halb Gästebetreuung gemacht hat. Also wurde mir mitgeteilt, dass ich zunächst im Madina anfangen würde und ob das okay für mich wäre. Aber na klar, wieso denn nicht. Und so startete ich nach einer Woche Urlaub und Vorbereitung in meinen neuen Job. Eine Einweisung bekam ich nur so halb, dafür direkt eine Liste mit allen Zimmernummern in die Hand gedrückt. Nun durfte ich raus gehen und meine erste Runde laufen. Ich war so nervös! Zumal ich ja, wie ich euch schon öfters mitgeteilt hatte, ein sehr introvertierter Mensch bin. Tief im Herzen auf jeden Fall. Gleichzeitig bin ich aber auch ein Improvisationstalent. Also Liste und Stift in die Hand und los gings. So fragte ich die Gäste, wie es ihnen geht und ob alles nach ihrer Zufriedenheit ist. Die Gäste reagierten freundlich und gesprächsoffen, was mir den Start natürlich sehr erleichtert hat.
Nach nur zwei Tagen wurde ich auch für das Solaya mit eingeteilt, ab jetzt durfte ich eine Runde im Madina machen und dann zum Solaya rüber marschieren und dort eine Runde laufen. Und ich liebte es auf Anhieb, zwischen den Hotels zu wechseln. Nach den Runden wurden die Kommentare ans Front Office zurück gemeldet, ich übergab die Solaya Liste an meine Kollegin und war abends wieder im Madina vor Ort. Mit jedem Tag begann ich, das kleine Madina mehr zu lieben. 140 Zimmer, so klein und kompakt, einfach zum Wohlfühlen. Schnell fanden sich Gäate, mit denen die Sympathie so sehr stimmte, dass wir jeden Abend nach Feierabend noch zusammen saßen. Gäste, mit denen ich auch jetzt noch regelmäßig schreibe.
Nach einigen Wochen ging meine Kollegin wieder zurück in die Animation, womit ich nun Gästebetreuung von zwei Hotels war. Ich teilte mir nun auch die Abende für beide Hotels auf, versuchte zwischendurch Anreise und Abreise zu machen und immer für ein nettes Gespräch parat zu stehen. Ich merkte schnell, dass mir der Job extrem gut gefällt, ich liebe den Austausch mit Menschen. Das alles in meinem zweiten zu Hause, was könnt es schöneres geben?
Natürlich habe ich auch schnell Freunde gefunden, in der Animation natürlich. Wir sitzen nach Feierabend gemeinsam im Cafe oder ich hocke nach meinem Feierabend noch in ihrer Nähe. Wir lachen, machen Späße und haben eine gute Zeit. Genau so hatte ich mir Ägypten vorgestellt.
Nun ist es jedoch so, dass sich ja permanent Dinge im Leben ändern. Und an dieser Stelle muss ich euch mitteilen, dass ich heute meinen letzten Arbeitstag im Solaya/Madina hatte. Ich werde hier vor Ort bleiben, aber ich werde das Hotel wechseln. Warte… WAS?! Ja, ich kann mir vorstellen, wie ihr jetzt aus der Wäsche guckt. Ich bin eben immer für eine Überraschung zu haben. Das ganze hat private Gründe und absolut nichts mit meinen Hotels zu tun. Wie ihr wisst, würde ich niemals etwas auf mein Zuhause kommen lassen. Ich liebe das Solaya, ich liebe das Madina und alle Menschen dort. Sie sind meine Familie und das sage ich nicht nur so, sondern es ist so. Ich kann jeden von dort jederzeit anrufen, alle helfen mir weiter, alle kümmern sich und wehe man äußert mal, dass man krank ist.
Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich wirklich gehen werde und ich glaube, die können es ebenso wenig glauben. Ich weiß ganz genau, dass ich es sehr vermissen werde. Wichtig war mir, dass ich hier im Mitarbeiter Gebäude wohnen bleiben kann, da meine Freundin und auch alle anderen Freunde hier vor Ort sind. Natürlich kann man so etwas nicht einzig allein davon abhängig machen, auch meine Freunde können jederzeit den Ort wechseln aber für jetzt fühlt es sich einfach richtig an.
Das Leben hier in Ägypten:
Wir sind hier ungebunden, ein wenig wie Tagelöhner auf der Suche nach ihrem Glück. So lange wir hier an diesem Ort glücklich sind, bleiben wir hier. Wenn etwas anderes uns vielleicht glücklicher machen könnte, versuchen wir es. Das Leben kann einfach sein, wenn wir es uns nicht kompliziert reden.
Wir sind hier alle irgendwas zwischen hyperaktiv und dauermüde. Wir sitzen nachts zusammen im Café und bestellen uns Pizza, essen dann so, als hätte wir Ewigkeiten nichts zu Essen bekommen (weil wir ja nicht jeden Tag 3x Buffet haben) und erzählen uns Geschichten aus dem Alltag. Jeder hier weiß mehr über dich als du selbst, das ist Regel Nr. 1. Lächeln und winken, so kommt man da gut mit klar. Die Kerle hier starren dich an, als würden sie dich essen wollen und manchmal weiß der Taxifahrer von einem Bekannten (den du noch nie gesehen hast), mit wem du zu welcher Uhrzeit zusammen gesessen hast. Ja, so ist es wahrhaftig. Besonders hoch im Kurs stehen hier natürlich die zahlreichen Beziehungsdramen, da gibt es jeden Tag neue Action. So gesehen bin ich wirklich froh, dass ich hier Single bin.
Nun habt ihr erst einmal einen kleinen Überblick und ein Lebenszeichen von mir aus Ägypten. Wer mehr erfahren will, sollte mir bei Instagram folgen, da poste ich regelmäßig Storys.
Machts gut und bis zum nächsten Mal,
eure Lorena
Hallo liebe Lorena vielen Dank für deine tollen Blog und vor allem vielen Dank, dass du deine Erlebnisse Informationen und Erfahrungen zur Verfügung stellst.
Hallo Lorena,
Ich habe gerade mit Begeisterung deinen
Blog durchstöbert. Wirklich toll.
Hallo Lorena,
ich bin auf YouTube auf Deinen Blog gestoßen. Deine offene und liebe Art hat mir sehr imponiert und gefallen.
Hallo liebe Lorena,
mein Buch ist am Dienstag angekommen und ich bin nun auf Seite 85. Ich liebe es!!! Ich kann mich so gut mit dem Buch identifizieren. Es hilft mir wirklich sehr weiter."