An dieser Stelle möchte ich gerne damit einsteigen, euch daran teilhaben zu lassen, wie wir unser Ferienhaus gefunden haben. Stellt euch vor, eure Familie beschließt einen Sommerurlaub in Kroatien zu machen. Soweit so gut. Es soll in ein Ferienhaus gehen. Klar, mit 6 Personen also ein Haus mit mindestens 3 Schlafzimmern, 4 wären jedoch besser, da wir 2 Paare und 2 Singles sozusagen waren, obwohl ich auch kein Problem damit gehabt hätte, mit meinem Bruder in einem Zimmer zu schlafen. Ja und ein Pool natürlich. Und dann ging es los, 6 volljährige Personen, die alle ihre eigenen Wünsche und Erwartungen an ein Ferienhaus haben, versuchen sich auf ein einziges Haus zu einigen. Unmöglich denkt ihr? Nun, nicht ganz aber in der Planung hatte ich das auch gedacht. Jeder hat schöne Häuser in unsere WhatsApp Gruppe geschickt, dann hat jeder seine Meinungen abgegeben. Das Traumhaus des einen war ein No-Go des Anderen. Dann gab es keine Klimaanlage oder keine Grillecke, die Zimmer waren nicht hübsch genug oder die Küche "hässlich". Ich sag euch, es war wirklich eine Herausforderung. Wir machten dann ein Ranking, welches direkt wieder hinfällig war, nachdem einer von uns ein weiteres No-Go des Hauses aufgedeckt hatte. Irgendwann entdeckte mein Vater dann ein Haus, von dem wir alle nicht behaupten konnten, es sei unser Favorit gewesen (außer bei Herrn Papa wegen dem Preis), allerdings waren wir auch alle nicht abgeneigt. Also gebucht! Wir freuten uns sehr auf diesen Urlaub und ich mich besonders, da ich ja nur wenige Tage nach dem Urlaub nach Ägypten fliegen würde. Nur auf die lange Anreise hatte wohl niemand von uns Lust.
Da wir eine Fahrt von mindestens 11 Stunden (ohne Pause) vor uns hatten, beschlossen wir in der Nacht um 1:00 Uhr loszufahren. Die einen von uns schliefen vorher noch ein paar Stunden, die anderen wollten die Nacht durchboxen. Wir wechselten uns mit dem Fahren ab und hatten ein tolles Raststätten-Picknick kurz vor der Grenze zu Österreich. Weiter ging es durch das kleine Land der durchschnittlichen 110km/h und letztlich durch den Karawanken Tunnel nach Slowenien, bis wir etwa eine Stunde später Kroatien erreichten. Ich hab gelernt, dass das McFlurry in Slowenien echt klasse ist, weil es noch richtig durchgemixt wird und dass es immer heißer wurde, je weiter wir nach Kroatien kamen (was ja auch logisch ist, ich weiß). Irgendwann knallte die Sonne so stark durch die Scheibe, das ich schon fast meine Sonnencreme auspacken wollte.
Angekommen sind wir nach insgesamt 15 Stunden und erkundeten erst einmal die "Gastkammer" unserer Vermieterin, die uns auf einen selbstgebrannten istrischen Schnaps begrüßte. Super! Das Ferienhaus war zugegeben gar nicht wirklich ein Haus, sondern vielmehr ein Anwesen. Wir hatten zwei Wohnungen im Haus, eine große Terrasse, einen Poolbereich mit Liegen, ein Poolhaus mit Küche und Badezimmer, dazu eine überdachte Grill und Sitzecke und einen Sportplatz. Umgeben war das ganze natürlich von einem parkähnlichen Garten. Viele von euch haben sicher meine Story auf Instagram zu dem Urlaub verfolgt und falls nicht, könnt ihr euch das meiste unter dem Highlight "Croatia" ansehen.
Ich nutzte die ersten Tage in Kroatien, um mein Instagram Account einmal zu erneuert. Wieso weiß ich auch nicht, mir war einfach danach. Zudem konnte ich auch endlich an meinem Buch weiterschreiben, welches ich während dem Urlaub endlich veröffentlichen konnte (Applaus!!!). Im Schnitt jeden zweiten Tag unternahmen wir einen Ausflug in eine der zahlreichen Städte Istriens. Unser Ferienhaus war in Latin, wir fuhren von dort aus nach Pula, Fazana oder Rovijn. Letzteres ist meine Lieblingsstadt aufgrund der vielen wunderschönen kleinen Gassen. Einfach traumhaft, dort entlang zu spazieren.
Direkt am zweiten Tag unseres Urlaubes durfte ich übrigens zum Arzt, da meine Familie einen großen roten Kreis an meinem Oberschenkel festgestellt hat und die Vergleiche mit Google ziemlich stark in die Richtung Borreliose gingen. Da hab ich mich auch plötzlich daran erinnert, dass ich mir vor ca. 2 Wochen einen kleinen Pickel an genau dieser Stelle weg gekratzt habe, was ziemlich weh tat. Und ich schwöre, ich hab sogar noch geguckt, ob es eine Zecke ist aber der kleine Pickel war rot-weiß. Jetzt weiß ich, dass Jungzecken rot-weiß sind. Es gab dann Antibiotikum und "Sonnenverbot". Nun dürfen wir alle drei Mal lachen und raten, wer natürlich nicht die Sonne gemieden hat. Also nicht immer. Und 14 Tage ohne Alkohol im Urlaub? Ähm ja, das hat natürlich auch so richtig gut geklappt.
Den Tag danach waren wir direkt wieder beim Arzt, da meine Schwester von einer Wespe gestochen wurde, eiskalt in den Kopf und sie allergisch ist. Immerhin war die Wahrscheinlichkeit, dass sie nochmal gestochen wird, dementsprechend gering, laut meinem Vater sogar gegen 0. Nina hat dann bewiesen, dass Wahrscheinlichkeiten nicht verbindlich sind und sich am Folgetag direkt wieder von einer Wespe stechen lassen. Die kamen einfach an und haben zugestochen, völlig aggressiv, das kennt man so gar nicht. Dafür kennen wir den Arzt jetzt recht gut, denn mein Vater war aufgrund starkem Husten und anschließenden Ohrenschmerzen auch noch zwei Mal dort. Zwei Wochen Urlaub und 5 Arztbesuche, das müsst ihr erstmal toppen! Genau so beliebt wie Arztbesuche war auch definitiv das Gericht "Trüffelpasta". Oh Gott, wenn ich an den Teller (Foto oben mit Garnele) aus einem kleinen Lokal in Rovijn zurückdenke, könnte ich direkt wieder 15 Stunden ins Auto springen, um diese Pasta noch einmal essen zu können. Ich habe sie dann im Ferienhaus versucht nachzukommen und belassen wir es mal bei dem Wort "versucht". Ich war schwer enttäuscht, dass die Pasta trotz einem ganzen Glas Trüffel irgendwie doch nach gar nichts geschmeckt hat. Dann waren wir Pizza essen in Labin, die angeblich beste Pizza in Istrien und ja, die war wirklich verdammt gut. Das sagt die, die eigentlich gar keine Pizza mag (Ja, ich bin ein komischer Mensch). Ach und in manchen Restaurant bekommt man hier den Schnaps in stilvollen, eisgekühlten Reagenzgläsern, was für eine super Idee, da schmeckt der Schnaps doch glatt noch besser.
Den einen Tag habe ich die gesamte Familie auf einen Ausflug nach Dvigard gescheucht, eine Ruinenstadt mitten in der Pampa. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, bei 32 Grad Ausflüge zu unternehmen, vor allem zu ein paar alten, verfallenen Steinen aber am Ende war der Tag ein voller Erfolg, zumal wir auf dem Rückweg einfach mal den Schildern zu einer Höhle gefolgt sind, die wir dann auch noch besichtigt haben. Die Abende saßen wir immer am Pool, haben viel zu viel Schokolade und Chips gegessen und meinen aufblasbaren Tukan strapaziert. Jeden Tag ging es in den Supermarkt, um Brötchen und manchmal auch frischen Fisch zu kaufen, da wir in der Regel abends selber kochten. Von Oktopus über Tintenfisch ausnehmen, Garnelen braten und Rinderfilet grillen, war alles dabei. Für mich gab es jedoch anstatt Reis, Pasta & Co. abends vielmehr Salat & Eiweißbrot... juhu.
Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, vergingen die 14 Tage wie im Flug (dabei finde ich, zieht sich ein Flug eher in die Länge, zumindest nach Ägypten). Schwups waren wir wieder auf der Autobahn Richtung Heimat und mir wurde immer mehr bewusst, dass ich in nur wenigen Tag für sehr lange Zeit nicht mehr mit diesen Menschen zusammen sein könnte. Das ist ein verrückter Gedanke, da er so irreal scheint und doch der wahren Tatsache entspricht. Von meinem Vater musste ich mich bereits einen Tag nach dem Urlaub schon verabschieden, da er mit seiner Männertruppe nach Wacken fuhr. Wir beließen es bei kurz und schmerzlos, da ich sonst vermutlich in Tränen ausgebrochen wäre. Ein paar liefen mir trotzdem während der Fahrt nach Hause, man verabschiedet sich halt einfach nicht so leicht von einer geliebten Person, die man dann viele Monate nicht mehr sehen wird. Doch ich hatte es mir genau so ausgesucht und von daher brauchte ich auch gar kein Trübsal blasen. Nicht, als ich meine geliebten Tiere in fremde Obhut gab und auch nicht, als ich mich von meiner geliebten Familie verabschieden musste. Ich wusste, dass dies die Kehrseite der Medaille ist und dennoch, auch wenn die physische Existenz nichts ersetzen kann, wir sind in der heutigen Zeit ja gar nicht mehr wirklich aus der Welt, da wir durchgehend miteinander verknüpft sind. Zu großen Abenteuern gehört eben auch ein großes Stück Mut. Und Mut bedeutet für mich bei dieser Geschichte definitiv, diejenigen, die ich liebe, zurück zu lassen. Und das ist viel mutiger, als den Job zu kündigen oder seine Wohnung aufzugeben, denn diese Personen bedeuten Liebe. Und Liebe kann nichts und niemand ersetzen.
Das war es zu unserem Kroatien Urlaub. Ich hab genügend Material, um ein Video vom Urlaub zusammenzustellen, jedoch weiß ich nicht, ob ich es bei diesem WLAN hier in Ägypten jemals hochladen kann. Der nächste Post wird dann natürlich über mein neues Zuhause und meine neue Arbeit hier unter der Sonne Afrikas sein. Bleibt gespannt.
Eure Lorena
Hallo liebe Lorena vielen Dank für deine tollen Blog und vor allem vielen Dank, dass du deine Erlebnisse Informationen und Erfahrungen zur Verfügung stellst.
Hallo Lorena,
Ich habe gerade mit Begeisterung deinen
Blog durchstöbert. Wirklich toll.
Hallo Lorena,
ich bin auf YouTube auf Deinen Blog gestoßen. Deine offene und liebe Art hat mir sehr imponiert und gefallen.
Hallo liebe Lorena,
mein Buch ist am Dienstag angekommen und ich bin nun auf Seite 85. Ich liebe es!!! Ich kann mich so gut mit dem Buch identifizieren. Es hilft mir wirklich sehr weiter."