Viele von euch haben es bereits vermutet und verzeiht mir, dass ich es nicht an die große Glocke gehangen habe, aber ich bin seit August wieder verheiratet. "Wieder" klingt schon fast so, als sei es eine Verzweiflungstat aber ganz im Gegenteil, ich bin mit der Liebe meines Lebens verheiratet. Hä? Was habt ihr verpasst? Eine Menge, absichtlich.
Wie ihr sicherlich wisst, bestehen mein Blog und meine Bücher daraus, alles mit euch zu teilen und mein Leben transparent zu gestalten. Ich habe keine Probleme damit gehabt, offen damit umzugehen, dass meine erste Ehe sich im Alltag nicht als mein ultimatives Glück heraus gestellt hat, auch wenn es ein Mann war, der alles für mich getan hat. Es hat für mich nicht gepasst, das habe ich gemerkt und geändert.
Und dann hat es mich erwischt. Eiskalt, unerwartet und mit meiner ganzen Seele. Auch daraus habe ich kein Geheimnis gemacht, bin nach Ägypten "ausgewandert", um ihn besser kennen zu lernen mit den Worten: "Ich komme dann mit meinem Ehemann zurück". Und ja, ich habe selber darüber gelacht. Es war die typische Liebesgeschichte des 21. Jahrhunderts:
Sie verliebt sich hoffnungslos in ihn, obwohl er absolut nicht ihr Typ ist und sie davon ausgeht, dass man bei dem nicht mal zum Frühstück bleibt und dann stellt er sich als absoluter Jackpot raus und das passende Puzzleteil. Vom Denken, Leben, Träumen. Die selben Ansichten, die selben Visionen, alles bis auf das Geschlecht gleich (Ja, bei mir gibt es noch Geschlechter und zwar 2). Ein Gefühl, so intensiv, wie magnetische Anziehung. Eine Stimme, die sagt: Er ist es!
Und dann dieser Typ, der sich einfach nicht binden will. Der keine emotionale Nähe zulassen will, obwohl er sich danach sehnt. Der mit Ende 20 seine Midlife-Crisis hat, nicht weiß, wo er hingehört und was er im Leben will. Da knallen also die perfekten Menschen aufeinander zu dem beschissensten Zeitpunkt überhaupt. Und dennoch hab ich es gewagt, dieses Abenteuer. Ich hab es in Kauf genommen, aus dieser Geschichte ein gebrochenes Herz davon zu tragen (Der Zettel mit dieser Einsicht hing nach meiner Kündigung 2022 sogar im Büro) aber alles in mir schrie danach, es zu tun. Ich habe dafür Dinge "geopfert", die ich zuvor nie in Erwähnung gezogen hätten. Alles, für eine Vorstellung, einen Traum und diesem unaufhaltbarem Gefühl, bei ihm sein zu müssen.
Nun haben ja einige von euch meine Bücher gelesen, meine Posts verfolgt oder sich das ganze Drama live anhören müssen, über die Kontinente hinweg. Es war keine Romanze, es war kein "Kennenlernen-Verlieben-Beziehung".
Schon immer war ich überzeugt, dass Liebe auf viele Wege kommen kann und schon immer war ich jemand, der nicht aufgibt. Natürlich kann man nicht für die Gefühle eines Menschen kämpfen oder sie erzwingen. Aber ich hatte immer die Einstellung: Wenn er dich erst richtig kennenlernt, dann wird er es irgendwann merken. Und ja, eine verdammt gute Ehe basiert auf einer verdammt guten Freundschaft, ich wollte meinen nächsten Partner durch und durch kennenlernen, bevor es ernstere Schritte geben würde. Ich lernte ihn kennen und leider zunächst seine negativen Seiten, was mich jedoch im Endeffekt glücklich stimmte, denn wenn ich einen Menschen mit seinen negativen Seiten lieben lerne, was kann mich dann noch von ihm trennen?
Ja, mein Umfeld sagte mir "Gib auf!" und "Komm einfach zurück." aber ich konnte nicht. Ich wechselte das Hotel, verließ mein Hotel, welches mein "Zuhause" war für etwas Ungewisses, nur um bei ihm sein zu können. Die Vorstellung, mit ihm zusammen zu arbeiten war die Ungewissheit wert. Schließlich war dies doch mein Grund, meine Mission. Und immer wieder waren da diese harmonischen Treffen zwischen uns, wo wir Arm in Arm Filme schauten und bis in die Morgenstunden erzählten. Wir sprachen über Geschichte, Vergangenheit und Zukunft, Länder, Kulturen und Politik. Es fühlte sich nie so gut an, wie mit ihm zu sein. Und doch saß der gleiche Mann mit mir zusammen und sagte, er wisse aktuell nicht, was er wolle, so sehr er mich auch möge. Und ich war gewollt ihm die Zeit zu geben, ich konnte ihn nicht aufgeben, so sehr mein Herz auch darunter litt. Immer wieder hörte ich das Lied "Zeit für uns" und die Zeile: "Vielleicht wäre es für immer aber eben noch nicht jetzt" brannte sich in Mark und Bein. Bis ich zu einem Punkt kam, wo es nicht mehr ging, zu kämpfen. Ich gab auf und ging nach Deutschland zurück. Doch direkt kam wieder diese Stimme in mir auf, die laut schrie: "Geh zurück!" und so schloss ich mich meinem Kumpel an, der den Plan hatte, mit mir diese Firma zu gründen. War er hoffnungslos in mich verliebt? Ja. Er bezeichnete mich als seine Frau, doch ich konnte ihm nur immer wieder erklären, dass das für mich hier reine Freundschaft war. Warum tat ich das alles? Um irgendwie in Ägypten zu sein und mit einer Hand noch immer nach Mr. Unbekannt zu greifen, auch wenn der längst wie verschollen schien. Und als ich mal wieder völlig verzweifelt in Hurghada saß und mich fragte, das alles endgültig zu beenden, da hier eigentlich Endstation war, lief ich ungeplant förmlich in ihn hinein. Wir knallten beinahe aneinander, am selben Ort, zur selben Zeit. Und es durchzog meinen Körper wie ein Blitz, der mich verstummen ließ. Diese Begegnung ließ mich nicht los. Konnte das wirklich Zufall sein? Und was für ein dummer Zufall war das bitte? Als wollte mir jemand sagen: "Hallo, hier ist doch der Grund, wieso du das alles tust." Und glaubt mir, ich bekomme immer noch Gänsehaut und gar Tränen in die Augen, wenn ich mich an den Moment zurück erinnere. Denn es tat weh, da er dort mit jemand anderem saß.
Nur wenige Wochen später hielt ich es nicht mehr aus. Es geschahen unschöne Dinge und ich musste mir letztlich eingestehen: Game Over. Ägypten macht dich nicht glücklich. Lorena, du hast alles versucht, alles gegeben für diesen Traum. So sehr euch auch etwas zu verbinden scheint und so schön das vergangene Jahr noch lief, es reicht nicht. Es ist nicht stark genug. Lass ihn endlich los. Und ich ließ los und saß mit all meinen Koffern, meiner Hoffnung, meinen Träumen im Flieger nach Deutschland. Ich hatte bereits ein Vorstellungsgespräch in der Tasche und wusste, es war das Ende meines Ägypten-Abenteuers.
Doch die Gedanken ließen nicht ab. Die Träume von ihm ließen nicht nach. Es machte mich fast wahnsinnig. Ich hatte seit Monaten keinen Kontakt, kein Lebenszeichen. Ich wusste nicht, wo er war und was er tat, ich wollte es auch nicht wissen. Doch immer wieder kehrte der selbe Traum zurück: Er und ich, zusammen. Egal wo auf dieser Welt, egal was mein Kopf sich gerade ausdachte aber es waren immer er und ich. Ich wusste nicht, wieso ich nicht loslassen konnte, bis nach Monaten plötzlich sein Name auf meinen Handy auftauchte. Ich hätte ihm nach all der Zeit eine Szene machen können oder ihn ignorieren können, doch ich konnte nicht anders, als mit einem halben Herzinfarkt seinen Anruf anzunehmen. Und dazu muss ich sagen, dass ich von genau diesem Anruf drei Tage zuvor geträumt hatte.
Mit nur wenigen Worten war es wie immer zwischen uns. Ich könnte euch nun detailliert noch erläutern, wie sich das Blatt gewendet hat und was noch alles geschah aber den größten Teil könnt ihr euch sicherlich denken.
Fassen wir uns also kurz:
Ich flog recht schnell zu ihm, um einen Urlaub mit ihm zu verbringen. Schließlich wusste ich ja nicht, ob er wirklich über gemeinsame Tage hinweg immer noch so toll war, wie mein Kopf ihn abgespeichert hatte. Aber ja, er war sogar noch mehr mein Traummann als ich angenommen hatte. Wir waren von der ersten Sekunde so vertraut, als wäre nie Zeit vergangen. Wir waren so harmonisch, wie wir es nie zuvor erlebt hatten in einer Beziehung. So gleich, so einfach und unkompliziert. Es fühlte sich "echt" an und nach mehr. Ich wollte nicht mehr von ihm weg (wollte ich ja noch nie) und ich fühlte so tiefe Gefühle, wie ich es zuvor noch nie erlebt hatte.
Jetzt stellt euch mal bitte die Reaktion meiner Freunde und Familie vor, als ich voller Überzeugung meinte: "Ich habe euch vor 2 Jahren schon gesagt, ich fliege zu meinen künftigen Ehemann. Jetzt tut doch nicht so überrascht." PS: Die haben all das Drama ja live mitbekommen aber hey, sie wussten auch, dass mich sicher nichts davon abbringen würde. Sicherlich nicht. Ich hatte auf diesen Moment gewartet, ja, wahrhaft gewartet. Irgendetwas in mir spürte von Anfang an: Er ist es. Und er meinte, eng neben mir mit seiner Hand auf meiner, mir tief in die Augen schauend, dass er erst jetzt in der Lage wäre, mich zu schätzen. Er wisse nicht, wieso er es vor 2 Jahren nicht eingehen konnte, warum er nicht sehen konnte, dass da jemand vor seiner Nase war, der ihm alles geben wollte. Er hat sich verändert, seine Lebensansicht hat sich geändert und ja, auch meine hat sich seit meiner letzten Beziehung geändert.
Sind wir jetzt bitte endlich an dem Punkt, wo wir genau wissen, wie sich "Für immer" anfühlen muss?
Es war alles so easy und unkompliziert, in nur 3 Monaten waren wir verheiratet. Nur wir zwei, er und ich, in einem heruntergekommenen Büro in Kairo. Nennt mich naiv, nennt mich dumm, nennt das, wie auch immer ihr es nennen wollt aber das, was ich für diesen Mann empfinde, lässt sich hier nicht erläutern. Das, was alles geschehen ist, grenzt für mich an Bestimmung. Und ja, genau darüber schreibe ich mein neues Buch. Über alles, was war. Damit jeder nachvollziehen kann, dass Happy Ends auch in den Geschichten vorkommen können, die verwirrend, ernüchternd, schmerzhaft sind. Dass es sein kann, dass Menschen über Umwege zueinander finden. Dass es solche Beziehung gibt, in denen die Menschen erst mit der Zeit realisieren, was ihnen der andere bedeutet.
Wir sind direkt nach der Heirat in die Mini-Flitterwochen gefahren bzw. geflogen. 4 Tage All Inclusive im 5 Sterne Makadi Spa Hotel, mit Honeymoon Überraschung und allem drum und dran. Und ich war noch nie so unfassbar glücklich in meinem Leben. Ich fühle mich mit ihm so sicher, geborgen, leicht und einfach wie ich selbst. Wir sind beide ein wenig verrückt, wir träumen von den ganz großen Dingen und sprechen im gleichen Atemzug über die realistischen Fakten. Wir haben den gleichen Lifestyle und die selben Vorstellungen vom Leben.
Jetzt warten wir auf das Visum, zählen die Tage, bis wir wieder vereint sind in Ägypten und hoffen darauf, dass er in den nächsten 3-4 Monaten endlich bei mir sein kann. Und dann starten wir in unsere gemeinsame Geschichte, unser Leben, unsere Zukunft. Wir wissen beide nicht, was in 5 oder 10 Jahren sein wird. Aber jetzt ist für mich ganz klar: Er ist mein Für Immer, der für den ich bis durchs Universum und zurück fliegen würde.
Und das alles, weil es genau so sein soll.
Eure Lorena
Hallo liebe Lorena vielen Dank für deine tollen Blog und vor allem vielen Dank, dass du deine Erlebnisse Informationen und Erfahrungen zur Verfügung stellst.
Hallo Lorena,
Ich habe gerade mit Begeisterung deinen
Blog durchstöbert. Wirklich toll.
Hallo Lorena,
ich bin auf YouTube auf Deinen Blog gestoßen. Deine offene und liebe Art hat mir sehr imponiert und gefallen.
Hallo liebe Lorena,
mein Buch ist am Dienstag angekommen und ich bin nun auf Seite 85. Ich liebe es!!! Ich kann mich so gut mit dem Buch identifizieren. Es hilft mir wirklich sehr weiter."